Lower Bavarian Fairy Tale
“Die Stadt und seine aufrechten Bürger” lautet ein gerne erzähltes Propagandamärchen aus Passau. Neu daran ist dass auch die Antifa dieses Märchen erzählt und anscheinend auch glaubt. In der aktuellen Jungle World gibt eine Sprecherin der Antifa Auskunft über die Situation im Raum Passau. Dabei behauptet sie es gäbe dort gar keine Naziszene und die paar Nazis die in Fürstenzell regelmäßig zusammen kämen seien lediglich “Saufnazis”, und:
“In Passau ist nicht viel von den Nazis zu sehen. Wer also Passau als Hochburg der Nazis bezeichnet, relativiert eher das, was in anderen Regionen abläuft.”
Nennen könnte man beispielsweise den 19.7.2008 und den 16.11.2008. Wenn man jetzt nur mal diese zwei Tage betrachtet kommt man eher zu dem Schluss dass von der Antifa in Passau nicht viel zu sehen ist. Oder wo war die Antifa an diesen Tagen? Anstatt den Schulterschluss der “aufrechten Bürger” der Stadt Passau mit der NPD zu kritisieren und zu skandalisieren war von der Antifa nämlich nichts zu sehen!
In der Taz wird auch viel erzählt:
“Die Antifa tut sich in ihrer Arbeit leichter als ihre Vorgänger vor zehn Jahren. Die gesellschaftliche Stigmatisierung der Antifa gebe es in der Stadt nicht mehr, sagt einer der Aktiven. Die Antifa ist mittlerweile ebenso wie die Kirche und sämtliche Parteien am “Runden Tisch gegen Rechts” beteiligt. Wenn in Passau heute gegen eine rechte Kundgebung demonstriert wird, dann kommt der Aufruf von Antifa und Parteien gemeinsam. “Dass die mit uns an einem Tisch sitzen, das wäre früher nie möglich gewesen”, sagt die Sprecherin der Passauer Antifa. Der Protest gegen rechts wird mittlerweile vom bürgerlichen Mainstream der Stadt mitgetragen, bis hin zur CSU.”
Tja, liebe Antifas in Passau, ihr solltet euch mal ernsthaft die Frage stellen ob ihr Euch mit den “aufrechten Bürgern” der Stadt Passau “vom bürgerlichen Mainstream der Stadt bis hin zur CSU (wobei man der Taz mal erzählen sollte dass der bürgerliche Mainstream in Passau die CSU ist) überhaupt an einen Tisch setzen wollt, oder ob Ihr stattdessen diese radikal kritisiert, was eigentlich Eure Aufgabe wäre, und zwar im Sinne einer antideutschen Kritik. Anstatt also mit diesen “guten” Deutschen gegen Nazis zu kuscheln, solltet Ihr diese ob ihrer halluzinierten Volksgemeinschaft angreifen, einen Spiegel vorhalten, Widersprüche vorführen.
Die Taz resümiert:
In Passau gehen die Bürger mittlerweile regelmäßig gegen rechts auf die Straße. Aber nicht alle trauen dem selbstlosen Bekenntnis zur Zivilcourage. Ein Antifa-Aktivist meint: “Passau ist ganz stark getrieben von der Angst, seinen guten Ruf zu verlieren.”
Ja, das ist ja das Problem, die Volksgemeinschaft die um ihren Ruf besorgt ist. Die Aufgabe der Antifa kann nicht darin bestehen an runden Tischen und auf Demonstrationen das Feigenblatt für eben diese Volksgemeinschaft zu spielen. Ihr Anliegen ist die schonungslose Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen.
ps. “Die Versuche, eine »Freie Kameradschaft« zu gründen, misslangen immer.”
Das stimmt so nicht. Es gab in den Neunzigern in Passau eine Kameradschaft des später verbotenen “Nationalen Blocks”.






